Sandra Hautle-Illi

Free, 2017

Himbas - eine alte, neue Welt

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Tochter holt Geisslein ein

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Tochter mitSohn

Projektbeschrieb

Fotografie Himbas in Namibia, Februar 2017

Ganz oben im Norden von Namibia an der Angolanischen Grenze habe mit meiner einfachen Canon G7X Kompaktkamera diese Frauen fotografiert. Das Kennenlernen dieses Volkes hat mich sehr berührt. Die Menschen, wir sahen nur Frauen und Kinder, da die Männer bei der Viehzucht waren. Sie sassen, wie jeden Morgen, vor Ihren Hütten und hatten überhaupt keine Berührungsängste. Sie waren interessiert mich kennen zu lernen und fragten mich auch aus, wie alt ich sei und von „welchem Stamm ich käme“!
Was mich aber schon verwundert hat, dass ich so nahe an Ihre Gesichter durfte um zu fotografieren. Da die Kamera kein grosses Zoom hat – musste ich teils sehr nahe an sie heran. Sie haben sich alle weder verstellt noch besonderes Interesse an meinem Tun gezeigt.
Ich fühlte mich beim Fotografieren völlig unbeachtet. Ich konnte frei jedes Detail festhalten. Ich habe den Eindruck erhalten, dass sie stolz sind auf ihr Leben in der Wüste – ihre Selbstbestimmtheit. Ihr freies Leben, ihre Ungebundenheit, auf ihre Herde, ihre Freiheit. Fühlen sie sich uns überlegen?
Mit Freude haben sie mir ihre bemalte (eingeriebene) Haut gezeigt. Die Paste, welche sie sich einreiben ist ein Gemisch aus Butterfett, Harz, Kräuter und roter Farbe – Eisenoxid) Es schützt vor Moskitos und Sonnenbrand. Duschen oder Waschen in unserem Sinne kennen sie nicht.
Es freut mich diese Gesichter zu zeigen. So frei, eigensinnig, ohne Posen, ohne Wissen um deren Wirkung. Ich liebe es seit immer aus dem Verborgenen zu fotografieren – hier habe ich es wieder tun können. Ganz offensichtlich – versteckt.!

„Himba in Namibia (man schätzt das Volk auf etwa 7000 Menschen) leben auch heute noch – vergleichsweise unberührt von der europäischen Zivilisation – in ihrer sich ständig anpassenden und verändernden Tradition als nomadisierende Viehzüchter, Jäger und Sammler vor allem im Kaokoland, aber auch auf der angolanischen Seite des Kunene. Viele leben ohne Personalausweis und Urkunde in materiell extrem einfachen Verhältnissen. Wohlhabend im herkömmlichen Sinn war dieser Bantu-Stamm nie, dennoch empfinden sich Himba als vermögend, wenn sie eine große Viehherde besitzen und die Ernte gut war. Vor rund 100 Jahren wurden seine Mitglieder von kriegerischen Nama überfallen und ausgeraubt. Sie mussten bei den Nachbarn um Almosen bitten und wurden daher „Himba“ genannt, was Bettler bedeutet.“

Publikationsinformationen

Titel der Arbeit
Himbas - eine alte, neue Welt